Wohlstand für alle? Die Entwicklung einkommensschwacher Haushalte seit 2005

Abstract

Der Beitrag widmet sich der Stabilität der Einkommensungleichheit seit 2005 und legt einen besonderen Fokus auf die Entwicklung einkommensschwacher Haushalte. Die Autoren zeigen, dass die Stagnation der Ungleichheit über weite Strecken der Einkommensverteilung gleichzeitig mit einer Stagnation der Einkommen einherging. Mit dem Aufschwung am Arbeitsmarkt seit 2005 kam es daher nicht zu einem gestiegenen Wohlstand für einkommensschwache Haushalte. Die Analysen verdeutlichen, dass sich hinter der stagnierenden Ungleichheit vielfältige sich überlagernde Entwicklungen verbergen, die öffentlich kaum diskutiert werden. Stark in den Arbeitsmarkt integrierte Haushalte haben zum Teil deutlich positive Einkommensentwicklungen und können als Gewinner des Konjunkturaufschwungs angesehen werden. Vom Arbeitsmarkt abgekoppelte Haushalte, insbesondere solche, deren Mitglieder nicht erwerbstätig oder lediglich marginal beschäftigt sind, sind die Verlierer einer zunehmend auf hohe Arbeitsmarktintegration setzenden Sozialpolitik. Eine daraus resultierende Ungleichheitsverschärfung im unteren Bereich der Einkommensverteilung wurde durch Rentenerhöhungen überdeckt.

Publication
WSI-Mitteilungen, 71(5)

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